Urachen für Schäden an Tomaten erkennen
Manchmal entdeckt man Schäden an Tomaten, die sich nicht sofort erklären lassen und dessen Ursache mehr als rätselhaft erscheint. Wenn sich die bekannten Pilzerkrankungen ausschließen lassen, liegen vielleicht nicht ganz offensichtliche Gründe für die Schädigungen vor. Unter Umständen kann ein ungünstiges Zusammenspiel von Temperaturen, Wasserverhältnisse, sowie Ernährungsfehler die Ursache sein.
Tomate - Calciummangel
Dem Tomatenstiel gegenüber liegende, eingesunkene, trocken-faule Flecken lassen auf den ersten Blick eine Pilzerkrankung vermuten. Der sogenannten „Blütenendfäule“ liegt aber etwas anderes zugrunde – ein Mangel an Calcium in der Frucht. Dieser Nährstoff liegt zwar häufig in ausreichender Menge im Boden vor, aber vielfältige Probleme können seinen Weg in die Pflanze behindern.
Calcium ist einer der Nährstoffe, die mit dem Wasserstrom aufgenommen und nach oben transportiert werden. Diese Wasserbewegung wird in erster Linie durch die Verdunstung aufrecht erhalten, die einen Sog erzeugt. Der Wasserstrom stockt, wenn in zu trockenem Boden der Nachschub fehlt und der Salzgehalt hoch liegt, oder wenn die Pflanze wegen hoher Luftfeuchtigkeit kaum Wasser verdunsten kann. Unter solchen Umständen wird Calcium in der Pflanze zur Mangelware. Ungedeckter Calciumbedarf führt zum Zusammenbrechen der Zellwände, so dass gesundes Gewebe zusammenfällt und abstirbt.
Schuld am Fruchtschaden kann auch ein Stickstoffüberschuss tragen, der die Pflanzen so stark wachsen lässt, dass die Zellen nicht mehr ausreichend mit Calcium ausgestattet werden können. Weiterhin bedeuten hohe Kalium- und Magnesiumgehalte im Boden eine Konkurrenz für Calcium, sie können die Ca-Aufnahme in die Wurzeln blockieren.
Die lustigen Nasen und Auswüchse an den Tomatenfrüchten sind durch das Erbgut bestimmt und können nicht beeinflusst werden. Hohle oder missgebildete Früchte entstehen durch eingeschränkte Befruchtung, die bei zu hohen Temperaturen (über 38 °C), aber auch bei niedrigen Temperaturen (unter 15 °C) vorkommt.
Ein trockener weißer Ring auf den Tomaten ist die Folge von ungleichmäßiger Wasserversorgung. Nach ergiebigen Regenperioden oder trüben Tagen nach Hitzeperioden steigt der Wasserdruck in der Tomate so stark, dass die Zellen der Früchte ringförmig platzen. Auch nach dem Köpfen oder starkem Ausgeizen benötigt die Pflanze eine gewisse Zeit, um sich auf die reduzierte Verdunstung umzustellen.
Salzarme, organische und angepasste Düngung, eine gleichmäßige Wasserversorgung, rechtzeitiges Ausgeizen und eine gute Sorte sind Voraussetzung für eine reiche Tomatenernte.